Holz / Pastell – ein Spiel

Ursula Meyer und Dr. Johann Friedrich Meyer

Ausstellung im Färbertörl vom 06. - 30. April 2005

40 Jahre nach meiner Studienzeit bei Professor Josef Oberberger habe ich wieder mit der bildnerischen Arbeit begonnen. Damals waren viele Professoren und Kunststudenten der Meinung, dass die Zeit für eine gegenständliche Kunstauffassung entgültig abgelaufen sei. Trotzdem habe ich nun nach 40 Jahren den Weg zurück in den Naturalismus gewählt, weil er für mich alle Varianten des Abstrakten beinhaltet.
Es war mir von jeher wichtig die Schönheit der Natur festzuhalten und greifbar zu machen, gleichsam sie künstlerisch zu „besitzen“. Mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln möchte ich die unerschöpflichen Momente des Lichts und der Farbe sichtbar machen. Erwachen, Prachtentfaltung, Erblühen und Vergehen – darin spiegelt sich die Macht der Natur.

Ich freue mich an der Würde und der großartigen Selbstverständlichkeit der Natur und des Seins. Sie ist es die mich fesselt, für die jeder Moment einen Sinn hat, die um unsere Gunst wirbt, um unsere Aufmerksamkeit und um unser Erkennen. Und darum habe ich Freude an dem, was ich sehen kann.

Was könnte besser zu meinen naturalistischen Pastellen passen als furniertes Holz. Furniere sind edle Hölzer von etwa 0,6 mm Stärke, sie werden auf weniger wertvolles Holz aufgeklebt. Im 19. Jahrhundert waren furnierte Holzrahmen weit verbreitet. Heute hat eine hochentwickelte Rahmenindustrie die Handarbeit verdrängt. Furnierte Holzrahmen mit Intarsien sind sehr arbeitsintensiv - die Arbeitszeit für einen Rahmen liegt, je nach Größe und Ausstattung zwischen 10 bis 25 Stunden. Die Schönheit und der Strukturreichtum der Hölzer aber sind faszinierend, deshalb liegt es uns, meinem Mann und mir am Herzen, die alte Art der Rahmengestaltung wieder aufzugreifen. Gerade in den Strukturen und Maserungen ist alles niedergeschrieben über die Zeit, das Wachstum, die Launen, die Störungen und die Eigensinnigkeiten der jeweiligen Baumart. In reiner Handarbeit entstanden die furnierten und eingelegten Rahmungen. Durch Kombination der einzelnen Furniere sollen einerseits Akzente gesetzt, andererseits eine Verbindung zur Malerei hergestellt werden. So wurden Rahmen für die Bilder und Bilder für die Rahmen entworfen. Verarbeitet werden die Hölzer von Ahorn, Birke, Buche, Eiche, Kirsch, Makassar, Mahagoni, Mooreiche, Nuß, Palisander, Zwetschge und Eukalyptus, sowie verschiedene Wurzeln. Jeder Rahmen ist ein Unikat. Bild und Rahmen sind nicht voneinander trennbar - eine ideale Symbiose.

Vita Ursula Meyer
1943
geboren in Bad Orb, Spessart
1952 Emigration mit Familie nach Boston, Massachusetts, USA
1961-62 Studium an der Museum School of fine Arts, Boston, USA
1962-65 Studium bei Prof. Oberberger an der Akademie der Bildenden Künste, München
1967 Umsiedlung von München nach Donauwörth
1967 Teilnahme an der "Großen Schwäbischen" Augsburg, Goldener Saal
2003 Wiederaufnahme der künstlerischen Tätigkeit
Vita Dr. Johann Friedrich Meyer
1930 geboren in Oettingen
1945 erste Berührungen mit Intarsien durch einen heimatvertriebenen Schreiner
1969-96 Internist in Donauwörth
2003 Beginn der kunsthandwerklichen Gestaltung von Intarsienrahmen